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D6

Rohstoffproduktivität

Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts zum Rohstoffverbrauch (Index)
Stand: 13.12.2021

 BWBYBEBBHBHHHEMVNINWRPSLSNSTSHTHDE
Trend 2010-2019+SKX+S+SKX+S-FKX+S+S+S+S+SKXKX+S+S
Status 2019S3S2S0S1S0S0S3S1S2S1S2S1S1S1S2S2 

Verhältnis des Bruttoinlandsprodukts (preisbereinigt, verkettet) zum Rohstoffverbrauch mit Bezugsjahr 1994

Trend im 10-Jahres ZeitraumStatus aus der Spanne der Länderwerte
+F+Fpositive EntwicklungS3bessere 25 Prozent
KXkonstante EntwicklungS2mittlere 50 Prozent
-S-Fnegative EntwicklungS1schlechtere 25 Prozent
NSkein signifikanter TrendS0keine Analyse
KYkeine Analyse 
  • Bedeutung

    Bedeutung - d6

    Die Rohstoffproduktivität drückt aus, wie viel wirtschaftliche Leistung (dargestellt als BIP) durch den Einsatz einer Einheit Rohstoffe erzeugt wird. Die Gewinnung und Nutzung eines Rohstoffs geht stets mit Flächen-, Material- und Energieinanspruchnahme, Stoffverlagerung sowie Schadstoffemissionen einher. Im Ressourceneffizienzprogramm der Bundesregierung (ProgRess II) und in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist das Ziel einer Steigerung der Gesamtrohstoffproduktivität bis zum Jahr 2030 verankert. Des Weiteren gibt es in einigen Bundesländern Ziele der Erhöhung der Rohstoffproduktivität.

    Die Rohstoffproduktivität nimmt zu, wenn eine wirtschaftliche Leistung (gemessen in Geldeinheiten) mit einem geringeren Materialaufwand erbracht wird. Eine solche Verbesserung der Materialeffizienz kann in allen Wirtschaftsbereichen erzielt werden. In den Bereichen, in denen - wie etwa im Baubereich - große Stoffmengen bewegt werden, sind Materialeffizienzsteigerungen besonders wirksam. Beispielsweise trägt eine Verlagerung von Investitionen vom Neubau in die Sanierung von bestehenden Gebäuden erheblich zur Rohstoffproduktivität bei, da hier vergleichbare Geldströme mit sehr viel geringeren Materialströmen verbunden sind.

  • Hinweise zur Interpretation

    Hinweise zur Interpretation - d6

    Indikator D6 ist als Index auf das Referenzjahr 1994 bezogen und normiert. Ländervergleiche in zeitlicher Entwicklung sind möglich. Grund dafür ist, dass bei dem Bruttoinlandsprodukt eine Preisbereinigung durchgeführt wurde und daher die zeitliche Entwicklung der Wirtschaftsleistung korrekt wiedergegeben wird. Das Bruttoinlandsprodukt- und konsequenterweise auch die Rohstoffproduktivität- wird aufgrund des Preisbereinigungsverfahrens nur als Index veröffentlicht. Bei einer Interpretation der jährlichen Schwankungen sind Spezifika in der Wirtschaftsstruktur (z.B. rohstoffintensive Produktion, stark dienstleistungsbasierte Wertschöpfung oder Import-Export-Schwankungen) zu beachten. So ist für Hamburg und Bremen die Aussagefähigkeit des Indikators aufgrund der besonderen Berücksichtigung des Im- und Exports derzeit sehr eingeschränkt (s.u. „Vergleichbarkeit“).

  • Methodik

    Methodik - d6

    Zur Berechnung des Indikators "Rohstoffproduktivität" wird das Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt, verkettete Indizes) ins Verhältnis zur Inanspruchnahme an nicht erneuerbaren Rohstoffen gesetzt, gemessen als Direkter Materialeinsatz (abiotisch). Diese Größe wird als Index mit Bezugsjahr 1994 dargestellt. Als Bezugsjahr wurde das Jahr 1994 ausgewählt, weil die Verdoppelung der Rohstoffproduktivität des Jahres 1994 bis 2020 bis zum Jahr 2016 eines der Nachhaltigkeitsziele für Deutschland war. In der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wurde inzwischen die Gesamtrohstoffproduktivität aufgenommen, die eine erweiterte Perspektive beinhaltet, da für die Importe auch die dafür im Ausland bei der Produktion eingesetzten Rohstoffe eingerechnet werden (Rohstoffäquivalente). Ein solcher erweiterter Indikator ist jedoch auf Länderebene nicht verfügbar.

    Die materialseitige Bezugszahl der Rohstoffproduktivität (abiotischer Direkter Materialeinsatz) wird auch als „Rohstoffverbrauch“ oder „abiotic Direct Material Input“ (DMIabiot) bezeichnet. Sie setzt sich aus folgenden Teilgrößen zusammen:

    • verwertete abiotische Rohstoffe aus der inländischen Natur;
    • importierte abiotische Güter;
    • Saldo aus Empfang und Versand abiotischer Güter aus dem Handel zwischen den Bundesländern.

    Zu den abiotischen Rohstoffen gehören Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas, etc.) sowie Mineralien (Erze, Steine und Erden) und deren Erzeugnisse.

    Der Direkte Materialeinsatz wird von den Statistischen Ämtern im Rahmen der Umweltökonomischen Gesamtrechnung berechnet. Die Werte werden aus den Tabellen des AK UGRdL direkt übernommen. Eine Methodenbeschreibung auf Ebene der Bundesländer findet sich in den Methodenhinweisen der UGRdL (Link).

  • Länderspezifika und Ziele

    Länderspezifika und Ziele - d6

     

    Datenlage

    Zielstellungen

    Baden-Württemberg

    Zeitreihe 1994-2019

    kein Ziel

    Bayern

    Zeitreihe 1994-2019

    Bayerische Nachhaltigkeitsstrategie (2017):
    Kontinuierliche Steigerung der Gesamtrohstoffproduktivität bis 2030 in Anlehnung an die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

    Berlin

    Zeitreihe 1994-2019

    Das Ziel für die kommenden Jahre ist eine ressourceneffiziente Wirschaftsweise, um ein umweltfreundliches Wachstum zu ermöglichen. Für die Herstellung und den Konsum von Gütern sollen weniger abiotische Primärrohstoffe verbraucht werden. Dadurch soll die Rohstoffproduktivität weiter kontinuierlich gesteigert werden.

    Brandenburg

    Zeitreihe 1994-2019

    Nachhaltigkeitsstrategie für das Land Brandenburg, Fortschreibung 2019:
    Steigerung der Rohstoffproduktivität im Trend.

    Bremen

    Zeitreihe 1994-2019

    Kein Ziel

    Hamburg

    Zeitreihe 1994-2019

    Keine Angaben

    Hessen

    Zeitreihe 1994-2019

    Kein Ziel

    Mecklenburg-Vorpommern

    Zeitreihe 1994-2019

    Keine Angaben

    Niedersachsen

    Zeitreihe 1994-2019

    Keine Angaben

    Nordrhein-Westfalen

    Zeitreihe 1994-2019

    Nachhaltigkeitsstrategie für NRW (2020):
    Übernahme des Bundestrends der Jahre 2000-2010 für NRW bis 2030. Dieses lässt sich mit einer Steigerung um 1, 5% pro Jahr beziehungsweise 30 Indexpunkte bis 2030 auf einen Wert von rund 165 übersetzen.

    Rheinland-Pfalz

    Zeitreihe 1994-2019

    Nachhaltigkeitsstrategie des Landes, Indikatorenbericht 2021:
    Steigerung der Ressourcenproduktivität bis 2030 gegenüber 2000 um 70 Prozent

    Saarland

    Zeitreihe 1994-2019

    Kein Ziel

    Sachsen

    Zeitreihe 1994-2019

    Keine Angaben

    Sachsen-Anhalt

    Zeitreihe 1994-2019

    Keine Angaben

    Schleswig-Holstein

    Zeitreihe 1994-2019

    Keine Angaben

    Thüringen

    Zeitreihe 1994-2019

    Die Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie-Indikatorenbericht 2016:
    Steigerung bis 2020 um 60% im Vergleich zu 2010

    Bund

    Zeitreihe 1994-2019

    Deutsches Ressourceneffizienzprogramm III (2020) und Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS), 2021:
    von 2010 bis 2030 Steigerung der Gesamtrohstoffproduktivität (BIP+Importe/RMI) um jährlich 1,6%

  • Weiterentwicklung

    Weiterentwicklung - d6

    Das Statistische Bundesamt hat in einem gemeinsamen Vorhaben mit dem Umweltbundesamt eine Methode entwickelt, die im Ausland verursachten Rohstoffaufwendungen (Rucksäcke) in den nationalen Indikator einzurechnen (Berechnung der Rohstoffäquivalente [RÄ] für einen DMI-RÄ). Das Vorhaben wurde 2009 abgeschlossen (Abschlussbericht). Diese Methode wurde seitdem weiterentwickelt und verfeinert (Rohstoffe für Deutschland: Bedarfsanalyse für Konsum, Investitionen und Exporte auf Makro- und Mesoebene). Seitens des AK UGRdL wird an einer Anpassung der Methode auf Länderebene gearbeitet mit dem Ziel, zukünftig ebenfalls einen RMI für die Bundesländer berechnen zu können.

    Die Entwicklung des Indikators für die Stadtstaaten Bremen und Hamburg ist mit den übrigen Bundesländern nur bedingt vergleichbar. Für die Zukunft ist zu prüfen, ob der Indikator auf Basis einer anderen Größe (z.B. „Inländischer Materialverbrauch“) berechnet werden kann, bei dem ggf. eine größere Vergleichbarkeit zwischen den Ländern gegeben ist.

  • Literatur

    Literatur - D6

    Umweltbundesamt, Statistisches Bundesamt (Hrsg. 2009) Weiterentwicklung des direkten Materialinputindikators: Verbesserung von Rohstoffproduktivität und Ressourcenschonung.

    Kaumanns, Sven; Lauber, Ursula; (2016) Rohstoffe für Deutschland Bedarfsanalyse für Konsum, Investition und Export auf Makro- und Mesoebene. UBA Texte 62/2016, Statistisches Bundesamt im Auftrag des Umweltbundesamtes.

    Gemeinsames Statistikportal des Bundes und der Länder (o.J., abgerufen am 27.7.2021) https://www.statistikportal.de/de/ugrdl/ergebnisse/rohstoffe#methoden.

  • Datenverfügbarkeit

  • Aussagefähigkeit

  • Vergleichbarkeit

  • Ansprechpartner

    Umweltbundesamt

    Schwermer, Sylvia

    LiKi-Vertreterin
    Dr. Sylvia Schwermer
    Umweltbundesamt
    UBA
    Wörlitzer Platz 1
    06844 Dessau-Roßlau
    Tel.:0340-2103-2161   
    sylvia.schwermer[at]uba.de
    Internet:http://www.umweltbundesamt.de/

    Teunis, Shira-Lee

    Fachansprechpartnerin
    Shira-Lee Teunis
    Statistikamt Nord
    Fröbelstraße 15 – 17
    25113 Kiel
    Tel.:0431-6895-9361   
    shira-lee.teunis[at]statistik-nord.de
    Internet:http://www.statistik-nord.de/

Weitere Informationen und verwandte Indikatoren

  • Daten D6 (Zeitreihe: Index)

    Rohstoffproduktivität als Index (1994=100)

      1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
    BW 100 103,0 109,0 110,7 113,6 111,1 109,7 124,6 131,8 142,4 142,6 136,5 135,3 142,2 145,9 147,1 156,4 152,8 162,6 156,5 161,2 166,1 164,4 161,0 165,5 171,8
    BY 100 102,0 109,9 117,0 120,8 117,9 123,4 130,4 145,0 142,4 150,4 160,9 151,0 164,6 161,4 166,0 166,8 159,5 166,2 167,0 178,2 177,0 170,2 177,7 173,7 168,8
    BE 100 131,1 105,3 102,1 105,0 116,0 123,6 158,9 180,1 148,3 211,1 189,4 156,1 155,1 194,1 200,7 169,4 179,5 206,5 201,9 207,9 218,8 270,7 283,1 290,6 280,5
    BB 100 113,5 114,4 117,1 125,1 132,4 140,8 141,4 136,4 134,7 141,3 148,7 151,8 156,7 164,3 165,3 173,4 172,3 179,0 179,6 184,4 197,4 196,5 200,5 201,3 233,5
    HB 100 112,8 111,1 119,3 117,1 113,5 100,5 100,5 122,3 127,2 112,8 101,1 97,1 96,3 106,9 116,0 106,2 111,8 116,8 113,2 112,9 109,3 124,0 123,5 107,2 118,8
    HH 100 148,0 107,4 96,8 114,5 148,0 106,8 113,4 149,8 130,2 83,4 79,1 81,1 78,5 77,7 69,1 66,9 89,2 89,4 91,7 84,5 98,2 76,8 108,3 114,5 131,6
    HE 100 100,8 112,7 113,1 113,9 114,4 111,7 124,1 127,4 122,9 127,2 137,2 134,4 134,1 128,4 136,1 137,5 129,4 135,3 119,1 122,5 114,9 114,8 104,5 111,5 123,5
    MV 100 121,3 112,3 134,8 157,7 145,7 170,9 173,3 164,0 162,7 173,6 161,7 149,2 163,8 167,8 171,9 187,3 168,7 194,7 198,1 171,6 194,4 205,3 193,1 185,6 139,0
    NI 100 95,3 91,9 91,7 89,3 90,3 95,0 99,5 101,5 97,7 99,1 101,7 105,6 110,7 109,8 104,8 113,4 110,6 119,2 127,2 124,1 119,7 124,9 145,9 153,0 149,4
    NW 100 104,9 106,1 109,2 108,9 109,9 113,6 118,7 111,4 109,5 105,7 109,1 111,2 112,9 116,1 129,0 123,7 121,5 124,4 122,7 125,1 128,3 132,0 129,1 129,3 132,6
    RP 100 101,3 105,4 106,3 97,9 100,2 100,4 105,6 110,4 109,3 116,7 117,0 113,0 116,2 123,6 124,3 123,9 121,3 130,4 130,4 126,0 145,7 132,2 130,6 133,0 143,9
    SL 100 104,5 113,9 82,7 87,0 97,1 97,7 99,2 100,5 95,1 99,7 118,4 108,1 106,3 114,7 131,9 126,0 108,9 114,5 101,8 98,8 106,3 107,5 108,0 116,4 113,9
    SN 100 116,8 132,2 141,8 179,6 185,5 190,5 200,5 199,2 180,8 200,7 205,0 196,3 223,8 231,6 236,0 240,0 214,4 234,1 241,3 238,2 239,2 266,9 244,3 255,5 261,3
    ST 100 112,8 113,5 113,0 112,9 104,4 125,6 142,4 150,0 138,0 160,4 170,0 181,5 185,4 194,4 174,6 176,5 157,5 169,6 166,0 176,3 172,5 171,6 154,3 153,2 166,5
    SH 100 92,5 103,8 113,3 111,2 106,3 104,4 111,4 106,4 103,2 110,0 103,3 97,0 111,7 121,2 116,1 112,8 116,7 122,3 116,6 117,2 118,8 112,8 117,0 126,8 130,0
    TH 100 106,3 102,0 104,8 130,1 122,2 131,0 153,4 149,9 174,2 167,9 189,2 164,6 199,6 186,6 173,7 203,6 199,8 208,5 227,1 221,1 270,4 240,3 250,0 240,0 253,6
    DE 100 104,8 107,6 110,5 114,5 114,7 118,8 127,1 128,1 125,8 127,8 131,3 130,0 136,4 139,3 143,0 144,7 141,0 148,2 147,6 149,4 153,0 154,0 155,1 157,3 161,5
  • Zusatzinformationen D6 (aktuelle Absolutwerte)

    Rohstoffproduktivität, letzte Absolutwerte in 1000 EUR pro Tonne

      2019
    BW 3,8
    BY 3,4
    BE 20,5
    BB 1,1
    HB 1,8
    HH 8,3
    HE 4,4
    MV 1,4
    NI 2,5
    NW 1,9
    RP 2,5
    SL 1,8
    SN 1,5
    ST 1,2
    SH 3,3
    TH 2,3
    DE 2,6
Indikatoren zu Ressourcen und Effizienz