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D4

Nachhaltig Wirtschaften

1) Anteil der Beschäftigten in EMAS-registrierten Organisationen an den Beschäftigten der Gesamtwirtschaft
2) Anteil der Beschäftigten in der Umweltschutzwirtschaft an den Beschäftigten der Gesamtwirtschaft
Stand: 31.01.2022

Anteil der Beschäftigten in EMAS-registrierten Organisationen an den Beschäftigten der Gesamtwirtschaft in Prozent

Anteil der Beschäftigten in der Umweltschutzwirtschaft an den Beschäftigten der Gesamtwirtschaft in Prozent

  • Bedeutung

    Bedeutung - d4

    zu 1)
    Der Indikator ermöglicht eine Abschätzung der Beteiligung von Betrieben an Umweltmanagementsystemen und damit einem systematischen betrieblichen Umweltschutz. Dessen Ziel ist die Identifikation und die Beseitigung ineffizienter Ressourcenverbräuche (wie Rohstoffe, Energie) und die Verminderung von Umweltbelastungen (Abwasser, Abfall, Emissionen). Berücksichtigt werden sowohl die direkten, d.h. vom Unternehmen unmittelbar steuerbaren Umweltauswirkungen als auch die indirekten Umweltauswirkungen, die außerhalb der Organisation (z.B. bei Kunden, Zulieferern und Mitarbeitern) auftreten und damit vom Unternehmen nur mittelbar beeinflusst werden können.

    Betriebe, die ein Umweltmanagementsystem nach den Anforderungen der europäischen EMAS-Verordnung betreiben und durch unabhängige Gutachter prüfen lassen, stellen die Einhaltung geltenden Umweltrechts sicher und setzen freiwillig darüber hinausgehende Maßnahmen des Umweltschutzes um. Sie wenden sich heute verstärkt auch Nachhaltigkeitsthemen zu, wobei beispielsweise auch das Thema „Lieferkette“ im globalen Kontext mit seinen ausgeprägten sozialen und ökologischen Bezügen immer mehr Bedeutung erlangt.

    Damit zeigt der Indikator an, in welchem Maße eine Sensibilisierung für die Themen Umweltschutz, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit im betrieblichen Bereich erfolgt ist. Einschränkend ist, dass andere zertifizierte Umweltmanagementstandards derzeit noch unberücksichtigt sind und der Indikator somit nur eine Teilmenge aller zertifizierten Unternehmen abbilden kann.

    Zur Verbesserung der Anschlussfähigkeit an die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2016 (vgl. Indikator Nr. 12.2) wird informell auch die jeweils aktuelle Anzahl der EMAS-registrierten Organisationsstandorte in den Ländern angegeben.

    zu 2)
    Der Indikator ermöglicht eine Abschätzung des Anteils der Beschäftigten der Umweltschutzwirtschaft an der Gesamtwirtschaft des Bundeslandes und kann damit als Maß dafür gelten, in welchem Umfang die Umweltschutzwirtschaft zum Wirtschaftsgeschehen beiträgt. Hierzu zählen neben den klassischen Bereichen des technischen Umweltschutzes, wie der Abfall- und Abwasserwirtschaft, der Lärmbekämpfung und Luftreinhaltung auch die heutigen Wachstumsmärkte erneuerbare Energien, Energieeffizienz und die ökologische Landwirtschaft. Die angebotenen Güter und Dienstleistungen dienen dem Umweltschutz und tragen damit sowohl im Inland und zunehmend im Ausland (Export) zur nachhaltigen Entwicklung bei. Arbeitsplätze, die dem Umweltschutz dienen, werden in der gesellschaftlichen Diskussion häufig als positiv angesehen.

    Da aber die Beschäftigten in den vorgelagerten Produktionsbereichen im Indikator nicht erfasst sind, wird die Relevanz des Umweltschutzes für das Wirtschaftsgeschehen unterschätzt.

  • Hinweise zur Interpretation

    Hinweise zur Interpretation - d4

    Beide Indikatoren sind geeignet normiert. Bei einer länderübergreifenden Interpretation sind Unterschiede in der Wirtschaftsstruktur zu beachten. Die EMAS-Einführung wird vom Bund und in einigen Ländern von staatlicher Seite gefördert und unterstützt. Ein- oder Austritte einzelner großer EMAS-Organisationen, aber auch die Anhebung oder Absenkung der EMAS-Anforderungen können den Indikator merklich beeinflussen.

  • Methodik

    Methodik - d4

    zu 1)
    Angegeben wird der Anteil der in EMAS-registrierten Organisationen beschäftigten Personen, gemessen an der Gesamtzahl der im Bundesland Erwerbstätigen. Dabei wird in der Berechnung die Anzahl der Beschäftigten in EMAS-Organisationen ins Verhältnis gesetzt zur Zahl der Erwerbstätigen gemäß den Berechnungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGR dL). Berücksichtigung finden Organisationen, die nach dem offiziellen Register am Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Betriebsprüfung (EMAS - Eco-Management and Audit-Scheme) teilnehmen. Die Berechnung erfolgt beim LANUV NRW aufgrund der beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vorliegenden EMAS-Daten.
    [Red.: Der Link www . ugrdl . de/UGRdL/tbls/tab.jsp?rev=RV2014&tbl=tab16&lang=de-DE funktioniert nicht]

    zu 2)
    Angegeben wird der Anteil der umweltwirtschaftlich relevanten Beschäftigten, kurz Beschäftigten in der Umweltschutzwirtschaft, gemessen an der Gesamtzahl der im Bundesland Erwerbstätigen. Dabei werden in der Berechnung die Beschäftigten der Umweltschutzwirtschaft in Vollzeitäquivalenten ins Verhältnis gesetzt zu den Erwerbstätigen insgesamt in Vollzeitäquivalenten. Aufgrund der Freigaberegelungen des Arbeitskreis Erwerbstätigenrechnung der Länder (ETR dL) kann der Indikator derzeit nicht für alle Länder dargestellt werden.

    In die Darstellungen zur Umweltschutzwirtschaft wird der Teil der Gesamtwirtschaft einbezogen, der der Definition entspricht, wie sie im Rahmen der europäischen amtlichen Statistik (Environmental Goods and Services Sector -EGSS) maßgebend ist. Gleichzeitig basieren die Ergebnisse auf dem jeweils aktuellen Stand der Methodik des Arbeitskreises Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder (AK UGRdL). Um die Umweltschutzwirtschaft zunehmend umfassender abbilden zu können, wird die Methodik weiterentwickelt. Die Berechnung erfolgt zentral beim Bayerischen Landesamt für Statistik. Die Daten veröffentlicht der AK UGRdL.

  • Länderspezifika und Ziele

    Länderspezifika und Ziele - d4

     

    Datenlage

    Zielstellungen

    Baden-Württemberg

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

     

    Bayern

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

    Bayerisches Umweltmanagement-und Auditprogramm (2021):
    zu 1) Deutliche Erhöhung der Anzahl von Unternehmen mit einem Umweltmanagement

    Berlin

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

     

    Brandenburg

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

     

    Bremen

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

     

    Hamburg

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

     

    Hessen

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

     

    Mecklenburg-Vorpommern

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

     

    Niedersachsen

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

     

    Nordrhein-Westfalen

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

    Nachhaltigkeitsstrategie (2020):
    zu 1) Steigerung der Zahl der Standorte (EMAS und ISO 14001)

    Rheinland-Pfalz

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

     

    Saarland

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

     

    Sachsen

    1) keine Beteiligung am Indikator, da andere wesentliche Umweltmanagementsysteme (wie ISO 14 001) derzeit nicht erfasst werden.
    2) 2010-2018

     

    Sachsen-Anhalt

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

     

    Schleswig-Holstein

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018

     

    Thüringen

    1) 2007-2020
    2) Nennergröße nicht freigegeben

     

    Bund

    1) 2007-2020
    2) 2010-2018; Der Bund berichtet hierzu auch alternativen einen methodisch Indikator.


    Nachhaltigkeitsstrategie (2021):
    zu 1) 5000 nach EMAS registrierte Standorte bis 2030

  • Weiterentwicklung

    Weiterentwicklung - d4

    zu 1)
    Zur Verbesserung der Aussagekraft sollte der Indikator um weitere Umweltmanagementsysteme (wie ISO 14.001) ergänzt werden, sofern zukünftig die Daten hierfür wieder verfügbar sind.

    zu 2)
    Nach der Revision der Erwerbstätigenrechnung der Länder (ETR dL) im Jahr 2019 und der damit verbundenen Anpassung der Freigaberegelungen kann der Indikator mit Ausnahme für Thüringen und Deutschland inzwischen für alle Länder dargestellt werden. Die Methode des Indikators wird laufend weiter entwickelt, insbesondere auch mit Blick auf die europäische (Eurostat) und die bundesdeutsche Ebene (Destatis).

    Zu prüfen ist, inwieweit künftig auch eine Einbeziehung der Beschäftigten der vorgelagerten Produktionsbereiche der Umweltwirtschaft möglich ist. Der entsprechende Indikator des UBA „Beschäftigte im Umweltschutz“ weist für Deutschland für 2017 einen Wert von 6,4 % aus. Auch Nordrhein-Westfalen weist für 2019 einen Wert von gut 5 % aus, der ebenfalls methodisch abweichend erhoben wird (vgl. Umweltwirtschaftsbericht).

  • Ansprechpartner

    Wappen Bayern

    Frieß, Hans

    LiKi-Vertreter
    Hans Frieß
    Bayerisches Landesamt für Umwelt
    LfU
    Bürgermeister-Ulrich-Str. 160
    86179 Augsburg
    Tel.:0821-9071-5208   
    hans.friess[at]lfu.bayern.de
    Internet:http://www.lfu.bayern.de/

    Wirth, Benjamin

    Fachansprechpartner
    Benjamin Wirth
    Bayerisches Landesamt für Statistik
    Nürnberger Straße 95
    90762 Fürth
    Tel.:0911-98208-6540   
    benjamin.wirth[at]statistik.bayern.de

    Spohr, Jeannette (D4.1)

    Fachsprechpartnerin (D4.1)
    Jeannette Spohr
    Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz
    LANUV
    Fachbereich 34
    Leibnitzstr. 10
    45659 Recklinghausen
    Tel.:02361-305-1178   
    jeannette.spohr[at]lanuv.nrw.de

Weitere Informationen und verwandte Indikatoren

  • Daten D4.1 (Zeitreihe: Anteil)

    Anteil der Beschäftigten in EMAS-registrierten Organisationen an den Beschäftigten der Gesamtwirtschaft in Prozent

      2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
    BW 3,27 3,30 3,31 3,16 3,03 3,12 3,09 2,96 2,99 2,86 3,15 2,61 3,46 4,30
    BY 3,62 3,55 3,37 3,40 3,43 3,35 3,11 3,35 4,19 3,79 4,42 3,98 4,46 4,50
    BE 0,60 1,10 1,02 1,03 0,53 0,52 0,63 0,48 0,91 0,62 1,07 0,99 1,07 1,17
    BB 0,86 0,89 0,78 0,96 0,97 1,02 1,02 1,19 0,70 0,74 0,99 1,02 0,93 0,97
    HB 6,80 6,60 6,64 6,64 5,42 5,33 5,68 4,82 4,87 4,91 4,84 4,75 6,24 6,23
    HH 1,20 1,52 1,23 1,20 0,79 0,77 1,02 1,00 1,14 1,10 1,05 1,19 1,54 1,59
    HE 2,02 1,79 1,65 1,65 1,70 1,68 1,68 1,74 1,75 1,83 1,77 1,92 2,21 1,65
    MV 0,19 0,17 0,15 0,21 0,22 0,24 0,25 0,20 0,20 0,21 0,19 0,13 0,10 0,10
    NI 3,25 3,09 2,91 2,76 2,68 2,73 2,80 3,01 1,49 3,01 4,28 4,29 4,46 1,01
    NW 1,29 1,04 0,93 0,82 0,79 0,80 0,76 0,72 0,69 0,76 0,73 0,73 0,77 0,73
    RP 1,00 0,74 0,72 0,72 0,87 0,75 0,81 0,86 0,85 0,91 1,06 1,08 1,07 0,92
    SL 2,32 2,20 2,42 2,49 2,05 0,72 0,90 1,10 1,10 1,25 1,29 0,91 1,31 1,47
    SN 1,16 1,36 1,39 1,36 1,31 1,49 1,62 1,47 1,57 1,57 1,60 1,62 1,69 1,21
    ST 0,54 0,62 0,68 0,65 0,64 0,69 0,71 0,50 0,43 0,57 0,62 0,65 0,65 0,65
    SH 1,19 1,02 0,88 0,61 0,63 0,67 0,78 0,60 0,59 0,59 0,76 0,41 0,48 0,72
    TH 0,66 0,56 0,49 0,44 0,36 0,40 0,47 0,52 0,58 0,53 0,59 0,52 0,57 0,52
    DE 2,13 2,06 1,96 1,90 1,84 1,84 1,83 1,84 1,86 1,93 2,23 2,07 2,33 2,07
  • Zusatzinformationen D4.1 (aktuelle Werte)

    Anzahl der EMAS-registrierten Organisationsstandorte, aktuelle Werte

      2020
    BW 597
    BY 506
    BE 68
    BB 64
    HB 30
    HH 59
    HE 132
    MV 3
    NI 86
    NW 233
    RP 50
    SL 60
    SN 106
    ST 65
    SH 40
    TH 85
    DE 2184
  • Daten D4.2 (Zeitreihe: Anteil)

    Anteil der Beschäftigten in der Umweltschutzwirtschaft an den Beschäftigten der Gesamtwirtschaft in Prozent

      2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
    BW 1,0 1,1 1,1 1,1 1,1 1,2 1,1 1,1 1,1
    BY 1,4 1,5 1,7 1,7 1,5 1,6 1,5 1,6 1,8
    BE 0,7 0,9 0,9 0,8 0,8 0,8 0,8 1,1 1,1
    BB 1,6 1,8 1,9 1,8 1,8 1,8 1,8 1,9 1,9
    HB 1,5 1,4 1,6 1,7 1,7 1,7 1,7 1,6 1,8
    HH 0,8 0,9 0,9 0,9 1,0 1,0 1,0 1,1 1,3
    HE 1,0 1,1 1,1 1,1 1,2 1,3 1,3 1,3 1,3
    MV 1,7 1,7 2,0 1,9 2,0 2,0 2,5 2,3 2,3
    NI 1,1 1,2 1,3 1,4 1,4 1,4 1,4 1,3 1,4
    NW 1,0 1,0 1,0 1,1 1,1 1,2 1,2 1,2 1,3
    RP 1,5 1,6 1,8 1,8 1,9 1,9 1,8 1,9 1,9
    SL 1,4 2,4 2,2 2,6 2,8 2,2 2,1 2,0 2,8
    SN 1,5 1,6 1,6 1,5 1,7 1,8 1,8 1,8 1,9
    ST 2,0 2,0 2,2 2,1 2,0 2,0 2,0 2,0 2,0
    SH 1,2 1,2 1,2 1,2 1,2 1,3 1,3 1,3 1,6
    TH                  
    DE                  
Indikatoren zu Ressourcen und Effizienz