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C6

Schwermetalleintrag

Schwermetalleintrag aus der Atmosphäre in naturnahe waldfreie Ökosysteme
Stand: 31.01.2022

 BWBYBEBBHBHHHEMVNINWRPSLSNSTSHTHDE
Trend 2010-2019-SKXKYKXKYKYKXKYKXKX+FKYKYKX+FKX+F
Status 2019S3S3S0S2S0S0S1S0S2S1S2S0S1S2S2S3 

Schwermetalleintrag aus der Atmosphäre in naturnahe waldfreie Ökosysteme als Index

Trend im 10-Jahres ZeitraumStatus aus der Spanne der Länderwerte
+F+Fpositive EntwicklungS3bessere 25 Prozent
KXkonstante EntwicklungS2mittlere 50 Prozent
-S-Fnegative EntwicklungS1schlechtere 25 Prozent
NSkein signifikanter TrendS0keine Analyse
KYkeine Analyse 
  • Bedeutung

    Bedeutung - c6

    Schwermetalle werden vor allem mit Staubemissionen industrieller Prozesse, des Straßenverkehrs und insbesondere der Verbrennung fossiler Energieträger in die Umwelt freigesetzt. Auch Staubemissionen aus natürlichen Quellen (z.B. bodenbürtige Einträge) können zur Freisetzung beitragen. Sie sind meist an Aerosole gebunden und werden je nach Partikelgröße unterschiedlich weit vom Emissionsort weg transportiert und so auch großräumig verteilt. Sedimentation und Niederschläge führen zur Deposition der Metalle. Schwermetalle sind den persistenten Stoffen zuzurechnen. Diese sind widerstandsfähig gegen Abbauprozesse oder werden nicht oder nur sehr langsam aus den natürlichen Stoffkreisläufen ausgeschleust. Sie können sich in biotischen Matrizes anreichern, physiologische Prozesse stören und nachhaltig auf Ökosysteme wirken. Über die Nahrungskette können auch Risiken für die Gesundheit des Menschen entstehen. Dabei sind für bewirtschaftete Flächen ergänzend auch andere Eintragspfade (z.B. über Düngemittel) zu beachten. Der Indikator zeigt an, wie sich der Schwermetalleintrag aus der Atmosphäre im Vergleich zum gewählten Referenzwert (gebildet aus dem Mittelwert der deutschlandweiten Erhebungen 2003-2007) im zeitlichen Trend entwickelt und gibt damit indirekt auch einen Hinweis auf die Veränderung der Emissionssituation insgesamt.

  • Methodik

    Methodik - c6

    Der Indikator zeigt die zeitliche Entwicklung der im Staubniederschlag (Bergerhoffverfahren) enthaltenen Schwermetalle. Für die Berechnung des Indikators werden die Ergebnisse von aktuell 46 Messstationen , die über die Gesamtfläche Deutschlands verteilt sind und von den jeweiligen Bundesländern betrieben werden, herangezogen. Die Daten werden an das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) gemeldet. Das LfU berechnet und stellt die Index-Werte für diesen Indikator für alle Bundesländer zentral bereit. Auf Grundlage der bisher vorliegenden Erhebungen und einer Auswahl der Elemente Arsen (As), Cadmium (Cd), Nickel (Ni) und Blei (Pb) kann der Indikator sehr gut für die Gesamtfläche Deutschland dargestellt werden. Eine Index-Berechnung für Länder mit Daten von mindestens drei Messstellen ist möglich. Nähere Ausführungen zum Messnetz, zur Auswahl der Schwermetalle, zur Wahl der räumlichen Bezugsfläche, zum Berechnungsverfahren und zur Datenaggregation enthält der Abschnitt „weiterführende Informationen“.

  • Länderspezifika und Ziele

    Länderspezifika und Ziele - c6

    Die 47 Messstationen, die in die Berechnung des Indikators für die Gesamtfläche Deutschlands eingehen, verteilen sich unterschiedlich auf die Länder. Der Umfang der derzeit untersuchten Schwermetalle differiert in den Ländern zwischen 4 und 22 Parametern (chem. Elementen). Die Messstationen, die bisher in die Berechnung eingingen, weisen im untersuchten Zeitraum (1999-2020) einen homogenen Mindestumfang des Elementspektrums auf (As, Cd, Ni, Pb). Für einzelne Bundesländer (Sachsen, Thüringen) konnte 2016 erstmals der Indikator berechnet werden, für weitere Bundesländer, die nur eine einzige geeignete Messstation gemeldet haben, kann derzeit kein Indikatorwert berechnet werden (Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Saarland). Die Bundesländer Berlin, Bremen und Hamburg verfügen über keine geeigneten Messstationen.

     

    Datenlage

    Zielstellungen

    Baden-Württemberg

    Zeitreihe von 2007-2014 mit drei Stationen; ab 2015 bis 2017 keine Indexwerte mehr berechenbar (wegen Umstrukturierung Landesmessnetz war nur eine Station vorhanden), 2018 bis 2020 wieder mit drei Stationen)

    Kein Ziel

    Bayern

    Zeitreihe von 1999-2020 mit sechs Stationen

    Umweltbericht Bayern (2019):
    Die Schwermetalleinträge sind zu senken, vor allem im Hinblick auf eventuelle Kombinationswirkungen oder Langzeitwirkungen (Vorsorgegedanke).

    Berlin

    Keine geeignete Messstation vorhanden

    Keine Angabe

    Brandenburg

    Zeitreihe von 2003-2020 mit drei Stationen

    Kein Ziel

    Bremen

    Keine geeignete Messstation vorhanden

    Kein Ziel

    Hamburg

    Keine geeignete Messstation vorhanden

    Kein Ziel

    Hessen

    Zeitreihe von 2005-2020 mit drei Stationen

    Kein Ziel

    Mecklenburg-Vorpommern

    Kein Index bei einer Station; aber Datenbeitrag für Bundesindex von 1999-2020

    Keine Angabe

    Niedersachsen

    Zeitreihe von 1999-2020 mit sechs Stationen

    Keine Angabe

    Nordrhein-Westfalen

    Zeitreihe von 1986-2020 mit fünf Stationen

    Kein Ziel

    Rheinland-Pfalz

    Zeitreihe von 2012-2020 mit drei Stationen und Datenbeitrag für Bundesindex von 2007-2020 mit zwei Stationen

    Kein Ziel

    Saarland

    Kein Index bei einer Station aber Datenbeitrag für Bundesindex von 2000-2020

    Kein Ziel

    Sachsen

    Index ab 2015 mit fünf Stationen und Datenbeitrag für Bundesindex von 2004-2020

    Keine Angabe

    Sachsen-Anhalt

    Index von 1999-2020 mit sechs Stationen

    Kein Ziel

    Schleswig-Holstein

    Zeitreihe von 1999-2019 mit drei Stationen

    Kein Ziel

    Thüringen

    Datenbeitrag zum Bundesindex von 2000-2003 mit einer Station, Index von 2004-2017 mit drei Stationen, 2018-2020 mit vier Stationen.

    Kein Ziel

    Bund

    Zeitreihe von 1999-2019, bis 2014 mit 38, ab 2015 mit 45 und ab 2018 mit 47 Stationen  

    Genfer Luftreinhalteabkommen (2012):
    Emissionsminderungsmaßnahmen auf Basis des Standes der Technik

    Nationale Biodiversitätsstrategie (2007):
    Bis 2020 werden auf keiner Fläche die maximalen Belastungsgrenzen für Schwermetalle überschritten

  • Weiterentwicklung

    Weiterentwicklung - c6

    Um die Berechnungsmöglichkeiten für die Länderebene noch zu erweitern und zu verbessern sind schrittweise weitere Anpassungen zu verfolgen. Bei Bedarf werden hierfür Fachgespräche angesetzt.

    Optional können Länder, die bisher weniger als drei Stationen gemeldet haben, prüfen, ob Messstandorte der Landesmessnetze vom Typ „Freiflächen im Wald“ bzw. vom Typ „Städtischer Hintergrund“ und „Landwirtschaftlicher Hintergrund“ genutzt werden können.

    Es soll geprüft werden, ob der Indikator alternativ mit Daten von verkehrsbezogenen Messstationen berechnet und dargestellt werden kann. Hierzu könnten Bundesländer, die bisher keinen Beitrag zum Indikator auf Grund der abweichenden Standortcharakteristik der Messnetze leisten konnten ihre Daten auch einspeisen. Ziel wäre es hierbei, dass der Indikator für alle 16 Bundesländer berechnet werden könnte.

    Eine fortlaufende Erweiterung und Angleichung der Komponenten, die der aktuellen Immissionssituation (Kraftfahrzeuge als Emissionsquelle) stärker Rechnung tragen, eine weitere Vereinheitlichung von Verfahrensdetails sowie ein Streuungsabgleich sollen erfolgen. Zu prüfen ist auch, inwieweit eine zentrale Datenbank des UBA, das ebenfalls Daten zu Depositions- und Staubniederschlag veröffentlicht, genutzt werden kann.

  • Ansprechpartner

    Wappen Bayern

    Frieß, Hans

    LiKi-Vertreter
    Hans Frieß
    Bayerisches Landesamt für Umwelt
    LfU
    Bürgermeister-Ulrich-Str. 160
    86179 Augsburg
    Tel.:0821-9071-5208   
    hans.friess[at]lfu.bayern.de
    Internet:http://www.lfu.bayern.de/

    Nittka, Joachim

    Fachansprechpartner
    Joachim Nittka
    Bayerisches Landesamt für Umwelt
    LfU
    Bürgermeister-Ulrich-Str. 160
    86179 Augsburg
    Tel.:0821-9071-5288   
    joachim.nittka[at]lfu.bayern.de
    Internet:http://www.lfu.bayern.de/

Weitere Informationen und verwandte Indikatoren

  • Daten C6 (Zeitreihe: Index)

    Schwermetalleintrag aus der Atmosphäre in naturnahe waldfreie Ökosysteme als Index

      1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
    BW                 0,91 0,69 0,78 0,92 0,83 0,60 0,57 0,46       0,49 0,52 0,48
    BY 0,98 0,99 0,71 0,64 0,50 0,35 0,42 0,31 0,38 0,40 0,35 0,24 0,21 0,29 0,44 0,35 0,35 0,28 0,33 0,41 0,39 0,36
    BE                                            
    BB         1,36 1,81 1,72 1,55 2,15 1,03 1,46 1,85 1,17 1,12 0,68 0,65 1,52 0,57 0,51 0,76 0,49 0,68
    HB                                            
    HH                                            
    HE             1,10 0,47 0,57 1,05 0,54 0,62 1,06 0,86 1,09 0,62 0,54 0,54 0,78 1,15 0,69 1,06
    MV                                            
    NI 1,55 0,98 0,93 1,16 0,79 1,01 0,83 0,99 0,91 0,90 0,46 0,65 0,77 0,54 0,66 0,64 0,67 0,55 0,54 0,61 0,62 0,61
    NW 2,61 2,62 2,11 2,13 2,00 2,42 2,01 1,98 1,64 1,54 1,71 1,38 1,15 0,97 1,17 0,90 0,95 0,66 0,89 1,05 1,10 0,89
    RP                 1,12 1,07 1,28 1,27 0,93 0,87 0,96 0,64 0,70 0,69 0,51 0,71 0,51 0,64
    SL                                            
    SN                                 0,76 1,11 1,47 1,22 0,79 0,90
    ST 1,50 1,47 1,38 1,93 2,30 1,45 0,86 0,72 0,93 0,60 1,27 0,66 0,54 0,55 0,64 0,60 0,66 0,68 0,60 0,70 0,50 0,55
    SH 1,32 1,36 1,45 1,24 1,42 1,35 1,23 1,25 1,12 0,83 0,64 0,65 0,73 0,68 0,74 0,71 0,70 0,59 0,65 0,58 0,66  
    TH           0,75 0,75 0,92 0,90 0,55 0,64 0,66 0,61 0,61 0,67 0,77 0,76 0,52 0,56 0,50 0,52 0,46
    DE 1,35 1,26 1,17 1,39 1,18 1,08 0,98 0,91 0,91 0,83 0,79 0,77 0,76 0,65 0,71 0,61 0,65 0,55 0,60 0,67 0,57 0,59
Indikatoren zu Umwelt und Gesundheit